Impulsradar als zerstörungsfreie Messmethode der Bauwerksdiagnostik

Radarmessung: Verborgenes wird sichtbar

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Die Bauwerksdiagnostik nutzt inzwischen echte “High tech”-Verfahren, um ohne Zerstörung der Bausubstanz zum Beispiel Hohlräume zu detektieren, Schichtdicken zu messen oder Spannglieder von Brücken präzise zu lokalisieren.
Neben den bekannten Methoden der Endoskopie, Thermographie und der Kernspin-Resonanzmethode bewährt sich hier eine neue Generation von Impulsradargeräten, die speziell für die Untersuchung von Erdreich und Bausubstanz entwickelt wurden und mit denen der Geschäftsbereich SDS Messtechnik der von der Lieck-Gruppe bereits sehr gute Erfahrungen im Hoch- und Tiefbau gesammelt hat.
Beim Impulsradar gibt ein Sender hochfrequente Radarstrahlen ab, die reflektiert und von einer hochempfindlichen Antenne empfangen werden. Die Signale werden elektronisch ausgewertet und als Radargramm auf einem Display angezeigt bzw. ausgedruckt. Mit Hilfe dieser Methode kann man im Erdreich Hohlräume erkennen oder aber die Dicke von Mauerwerk und Betonschichten erfassen. Die kompakten Radargeräte verfügen über auswechselbare Antennen mit Frequenzen von 250 MHz bis 2 GHz, die sowohl den Blick in (je nach Bodenbeschaffenheit) Tiefen bis zu sechs Metern erlauben oder bei hohem Auflösungsgrad und geringerer Eindringtiefe auch kleinste Objekte hochgenau orten.

Als spezialisierter Dienstleister der Bauwerksdiagnostik setzt von der Lieck dieses Verfahren bundesweit ein und kann bereits auf interessante Referenzen verweisen. Ein Beispiel aus dem Hochbau: Ein denkmalgeschütztes Haus in Bad Gandersheim – ein ehemaliges Stiftsgebäude, in dem die Dichterin Roswitha von Gandersheim gelebt hat – sollte exakt vermessen werden. Dabei mussten auch die unter dem Putz verborgenen Balken und Ständer der Fachwerkskonstruktion lokalisiert werden. Mit der Radarortung gelang dies in kurzer Zeit ohne Zerstörung des Putzes.

Häufig kommt das Impulsradarverfahren bei der Sanierung von Brücken zum Einsatz – zum Beispiel an der Autobahnbrücke Höhr-Grenzhausen, wo von der Lieck mit dem Bodenradar Spannglieder und Leerrohre ortete. Auch bei der Sanierung der Zoobrücke in Köln wurden mit Hilfe des Radars die Spannglieder lokalisiert, um Bohrungen setzen zu können, ohne das Tragwerk zu beeinträchtigen.

Dass das Radargerät auch größere Eindringtiefen überwindet, bewies ein Einsatz im Hafen von Bremen, wo die von der Lieck-Messtechniker eine Kaimauer auf Unterspülungen untersuchten. Dabei wurden Messtiefen bis zu fünf Metern erreicht. Bei einem Tunnelneubau nahm von der Lieck kürzlich im Rahmen der Qualitäts- und Ausführungskontrolle Schichtdickenmessungen an der Baukonstruktion vor. Und in Köln zeigte sich, dass die Radarmessung auch Überraschendes zutage fördern kann: Bei der Untersuchung eines 4,5 Hektar großen Areals, das als Bauland erschlossen werden soll, wurden nicht nur die erdverlegten Versorgungsleitungen geortet, sondern auch archäologische Funde lokalisiert.

In vielen Fällen nutzt von der Lieck die Impulsradarmessung ergänzend zu anderen Messverfahren. Das Unternehmen hält Geräte für alle gängigen Verfahren vor und kann somit für jeden individuellen Einsatzfall der Bauwerksdiagnostik eine wirtschaftliche und dem Anwendungsfall angemessene Lösung anbieten.


Bildunterschriften:

Bild 1: Funktionsprinzip der Impulsradarmessung: Die vom Gerät ausgesandten Radarwellen werden reflektiert, wieder aufgenommen und ausgewertet. Fremdkörper oder Hohlräume lassen sich so sehr genau lokalisieren.

Bild 2: Einsatzbeispiel Kaimauer: Hier werden mit dem Radar Hohlräume aufgespürt. Unten im Bild ein Original- Radargramm.
Bilder/ Grafik: von der Lieck

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